"Du kannst mir vertrauen, ehrlich!"❤️
- Franziska
- 30. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Cybermobbing und falsches Vertrauen im Internet
Cybermobbing und digitale Übergriffe beginnen oft nicht mit Beleidigungen, sondern mit Vertrauensaufbau. Besonders Kinder sind davon betroffen.
In Online-Spielen wie Minecraft, FIFA oder ähnlichen Plattformen werden sie von fremden Personen angesprochen, die freundlich wirken und Interesse zeigen.
Diese Personen versuchen häufig, Schritt für Schritt Vertrauen aufzubauen:
sie loben das Kind („Du spielst richtig gut“)
sie bieten Hilfe an
sie wollen öfter gemeinsam spielen
sie bitten darum, in einen privaten Chat zu wechseln
Für Kinder fühlt sich das oft wie Freundschaft an. Sie merken nicht, dass hier bewusst Grenzen verschoben werden.
Wenn Vertrauen ausgenutzt wird
Im privaten Chat verändern sich Gespräche oft langsam. Es werden persönliche Fragen gestellt:
Wie alt bist du?
Wo wohnst du?
Bist du alleine zu Hause?
Darf ich dir ein Geheimnis erzählen?
Manche Kinder werden aufgefordert, private Daten preiszugeben oder etwas Persönliches von sich zu zeigen. Andere werden unter Druck gesetzt – zum Beispiel mit Schuldgefühlen oder Drohungen, wenn sie nicht mitmachen wollen. Das ist für Kinder extrem belastend und kann starke Angst und Scham auslösen.
Auch wenn nichts „Schlimmes“ passiert ist, bleibt oft ein Gefühl von Unsicherheit, Schuld oder Angst zurück. Viele Kinder trauen sich danach nicht mehr, darüber zu sprechen.
Warum Kinder oft schweigen
Kinder denken häufig:
„Ich habe etwas falsch gemacht.“
„Mir glaubt sowieso niemand.“
„Ich bekomme Ärger.“
Genau deshalb ist es so wichtig, offen über diese Themen zu sprechen und Kindern zu vermitteln: Du bist nicht schuld.
Auch Erwachsene sind betroffen
Nicht nur Kinder, auch Erwachsene können gezielt im Internet angesprochen werden. Der Ablauf ist oft sehr ähnlich. Kontakte entstehen zum Beispiel über soziale Netzwerke, Dating-Plattformen, berufliche Netzwerke oder Kommentarbereiche.
Ein typisches Beispiel:Eine erwachsene Person wird freundlich angeschrieben. Es beginnt mit einem netten Kommentar, Interesse an der Arbeit oder gemeinsamen Hobbys. Der Kontakt wirkt ehrlich und verständnisvoll. Mit der Zeit werden persönliche Gespräche geführt, oft wird der Wechsel in einen privaten Chat vorgeschlagen.
Nach und nach entsteht Vertrauen. Es werden persönliche Informationen geteilt – über Familie, Alltag, Sorgen oder finanzielle Situationen. In manchen Fällen folgen dann Forderungen, emotionaler Druck, Manipulation oder das gezielte Ausnutzen dieses Vertrauens. Auch hier fühlen sich Betroffene später oft beschämt oder schuldig, obwohl sie nichts falsch gemacht haben.
Das Muster ist gleich – egal in welchem Alter
Ob Kind oder Erwachsener:Der Weg ist häufig derselbe – Vertrauen aufbauen, Nähe schaffen, Grenzen verschieben. Was harmlos beginnt, kann emotionalen Schaden anrichten und das Sicherheitsgefühl nachhaltig beeinträchtigen.
Deshalb gilt für alle Altersgruppen: Wachsam bleiben, Grenzen ernst nehmen und sich Unterstützung holen, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt.
Eine Übung zum Thema: Grenzen spüren
Diese Übung hilft Kindern (und Erwachsenen), ein Gefühl für innere Grenzen zu entwickeln:
Setz dich ruhig hin und atme langsam ein und aus.
Lege eine Hand auf dein Herz und eine auf den Bauch.
Denk an einen Satz, der sich gut anfühlt:„Ich darf Nein sagen.“
Spüre, wie sich dein Körper anfühlt, wenn du diesen Satz denkst.
Wiederhole den Satz 3-mal.
Diese Übung stärkt das innere Gefühl für Sicherheit und hilft, Warnsignale ernst zu nehmen.




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